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Mein Denkmal und ich 

Das Glaubenszeugnis in Dingden

"Wir alle sind stolz auf die Kapelle"

Dingden-Nordbrock. Wenn samstags in der Bauerschaft Nordbrock, die zur Dingdener Pfarrkirche St. Pankratius gehört, die beiden Glocken der Kapelle ertönen, dann zieht Josefa Bollmann mit ihren 74 Jahren an den Seilen, um die Glocken in Bewegung zu setzen. Ein elektrisches Geläut gibt es nicht, dafür aber einen wunderschönen Gottesraum mit einem Altar aus dem 17. Jahrhundert.

 

Josefa Bollmann.

Josefa Bollman, die nur wenige Minuten von der heiligen Antonius ("Schwienetöns") geweihten Kapelle weg wohnt, ist für dieses kleine Gotteshaus zuständig. Ein farbiges Fenster der Kapelle ist dem Patron gewidmet: Im Mittelpunkt steht Antonius, das Schwein zu seinen Füßen. Seit mehr als 40 Jahren versieht sie als Küsterin ihren Dienst, putzt, schmückt, wäscht, ordnet.

 

Den Außenbereich betreut sie ehrenamtlich. Täglich besucht sie die Kapelle, schließt auf und schließt ab, schaut nach dem Rechten. Früher nahm sie ihre noch kleinen Kinder mit, heute ihren kleinen Pudel namens Alex. Wenn Heimatvereine, Kolpingsfamilien oder andere Pfarrgruppen anrufen, die Radtouren zur Kapelle veranstalten, dann steht Josefa Bollmann bereit.

Entstanden ist die St.-Antonius-Kapelle, in der 50 Gläubige Platz haben, im Jahr 1923. Der neun Kilometer lange Fußweg zur Pfarrkirche war für viele Nordbrocker zu beschwerlich. Also gründeten die Menschen in der Bauerschaft einen Kapellenverein und bauten nach Genehmigung des Bischofs dieses kleine Gotteshaus, auf das die Nordbrocker heute noch stolz sind.

Daher reichen bei Gottesdiensten die Bänke nicht aus, da dann 70 Gemeindeglieder teilnehmen. Einmal im Monat findet die Sonntagsmesse mit den Oblaten-Patres von Burlo statt, und am ersten Mittwoch im Monat ist ein Gottesdienst, zu dem der Pfarrer von Dingden kommt. Mittwochs läutet Josefa Bollmann, sonntags die Messdiener. Ab und zu finden auch Silberhochzeiten statt. An Ostern, Pfingsten, Weihnachten und Silvester trifft sich die Nordbrocker Kapellengemeinde zum Gottesdienst.

Josefa Bollmann ist "ihre" Antonius-Kapelle ans Herz gewachsen. "Ein Tag ohne", sagt sie, "ist für mich kein erfüllter Tag." Besonders freut es sie, dass das Gotteshaus von allen in der Bauerschaft gut angenommen wird: "Wir alle sind stolz auf die Kapelle!"

 

Muttergottes-Statue.

 

Vom Dachboden in die Kapelle

Dingden-Nordbrock. Wer in Nordbrock in den Langenhoffsweg einbiegt, kommt an einem Glaubenszeugnis vorbei. Die unter Eichen stehende Wegkapelle beherbergt eine steinerne Muttergottes-Statue. Die 80 Zentimeter große Skulptur steht auf einem gemauerten Sockel und hält das Christuskind im Arm. Sie ist farbig gestaltet, hat ein blaues Faltengewand über einem roten Kleid und trägt eine goldene Krone. Auf dem Sockel ist die Inschrift "Heilige Maria, Königin des Friedens. Bitte für uns", zu lesen.

Weder ein Gelübde noch ein Gebet waren Anlass für den Bau dieser Kapelle, sondern die Antwort auf die Frage, was tun mit der auf dem Dachboden von Maria und Wilhelm Hufe stehenden Marienfigur? Vorher lag sie unter dem Dach der Nordbrocker St.-Antonius-Kapelle, die in den Zwangzigerjahren eine neue, große Statue bekam. Ein Mitglied der Gemeinde hatte die Figur auf einer Kirchmesse gewonnen.

 

Maria Hufe.

Wilhelm Hufe, damals Vorsitzender der Kapellengemeinde, rettete die alte Muttergottes-Statue vor dem Container und nahm sie zu sich mit nach Hause. Doch für die Eheleute Hufe war schon immer klar, dass sie nicht den richtige Platz gefunden hatten. "Immer, wenn ich die Marienfigur, die auf unserem Dachboden stand, ansah, dachte ich mir: Muttergottes, du stehst hier ganz und gar verkehrt", sagt Maria Hufe.

Mitte der Neunzigerjahre hatte das Ehepaar die Idee, eine neue Kapelle um diese Muttergottes zu bauen. Die Nachbarschaft bildete ein Gremium mit Johann Möllemann, Richard Joosten, Bernhard Leiting, Karl-Heinz Terhorst, Franz-Josef Sondermann und Wilhelm Hufe. Den Platz für die Kapelle stellte Robin Schlebusch zur Verfügung.

Stefan Hufe, Schreiner von Beruf, fertigte das Eichenbrett mitsamt der Inschrift. So entstand in emsiger Eigenleistung dieser schöne Bildstock, den Pfarrer Josef Hildebrand 1995 bei einem Gottesdienst segnete. Das Besondere an der Muttergottes sei, dass Maria eine goldene Krone trage, betonte damals Pastor Hildebrand.

Seither pflegen Familien aus der Nachbarschaft den Bildstock, und es finden auch Andachten statt. Dazu wird die Kapelle vorher besonders geschmückt. Maria und Wilhelm Hufe sind einer Meinung: "Die Muttergottes ist eine von uns."